Donnerstag, 1. Juni 2017

surfwise

Seit einiger Zeit hat sich bei mir etwas geändert, dabei kann ich nicht genau beschreiben,was dieses "etwas" sein soll. Ich bin einfach positiver und ruhiger, nicht nur äußerlich sondern auch innerlich. Als ich auf Netflix rumgestöbert habe, ist mir einer meiner alten Lieblingsfilme ins Auge gesprungen, nämlich "surfwise". Und auch wenn in diesem Dokumentarfilm eine ziemlich extreme Lebensweise beschrieben wird, kann ich mich sehr gut mit ihr identifizieren. 
Kurz gesagt: Es geht um Dorian Paskowitz, einer der berühmtesten Surfer überhaupt. Er war Arzt, obwohl ihm Bildung nicht wichtig war und irgendwann hat er einfach seine Praxis geschlossen, seine Sachen gepackt und ist um die Welt gereist. Dabei ist er seiner großen Liebe begegnet und sie und ihre 9 Kinder haben ihr Leben lang auf der ganzen Welt zu 11. (!!!!) in einem Wohnwagen gelebt. Dabei war das Surfen oder eine extrem gesunde Ernährung Pflicht. Keins seiner 9 Kinder besuchte eine Schule, ihr gesamtes Leben bestand aus surfen, Natur und Kind sein, das Leben für voll nehmen. Jaja, das mit der fehlenden Schulbildung ist schon sehr extrem und fraglich, aber ihr versteht sicher, was ich meine. Ihm war Geld sowas von unwichtig, obwohl er nen Haufen Kohle hätte machen können. Es war ihm wichtig, dass seine Kinder das machen,was sie lieben und dabei nicht Verpflichtungen wie Konten, Versicherungen oder Verträge eingehen müssen.
Wir nehmen unser Leben meist überhaupt nicht wirklich wahr, uns ist nicht bewusst, welcher Luxus uns umgibt und obwohl wir SO viel haben, wollen wir immer mehr. Das sage ich jetzt nicht einfach nur so daher, das kann ich aus eigener Erfahrung an mir selbst und auch meiner Mitmenschen bestätigen. Kann sein, dass sich hier niemand etwas durchliest, auch gut. Aber ich finde es wichtig, darüber zu sprechen, denn ich habe das Gefühl, dass volles, wahres leben gar nicht mehr existent ist. Alle in meiner Umgebung sind ungefähr 80% ihres Tages am Handy, kommen nach Hause, machen sich etwas zu Essen und sind währenddessen entweder wieder am Handy, vorm Laptop, PC, Tablet oder TV. Das ist so schade. Jeder isst, obwohl er satt ist und kauft Dinge, die er schon hat. Ich habe diese Fehler in der Vergangenheit selbst gemacht und kann auch niemandem versprechen, sie nie wieder zu machen. Aber ich versuche in Zukunft auf jeden Fall etwas in meinem Leben zu ändern, nett zu sein, bewusst und sinnvoll zu sein! Ich habe alles immer viel zu ernst und verbissen gesehen und dabei sind mir die kleinen, schönen Dinge entgangen. Ich will auf keinen Fall so werden, wie meine Mitmenschen, denn das wahre Leben, das Hier und Jetzt ist so viel besser als das digitale. Dabei verurteile ich keines Falls digitale Medien, ich bin natürlich genauso von ihnen abhängig, das bringt der Fortschritt mit sich, doch ab und zu sollte man vielleicht das Handy zu Hause lassen, zumindest wenn man mal kurz einkaufen oder tanken ist. Keine Ahnung, ob das was ich schreibe überhaupt einen Zusammenhang ergibt, aber ich bin einfach nur davon enttäuscht, dass tausende von Menschen am Leben vorbei leben. 
Ich sag euch, nachdem ich den Film wieder geschaut habe, war ich sowas von bestärkt, besonders nachdem die letzten Wochen nicht einfach und sau stressig waren.

Schaut euch unbedingt die Doku an, sowas von genial =)

Montag, 22. Mai 2017

Kopfsalat

Kann ein Mensch wirklich frei sein? Ich hätte nicht gedacht, dass ich mir die Frage überhaupt einmal stellen würde, denn ich dachte immer, dass es Freiheit gibt. Vielleicht ist es die Tatsache, seine Zeit selbst einteilen zu können, oder die Zeit so nutzen zu können wie man es gerne möchte. Aber sind wir wirklich f r e i ? Seht es mal so: wir gehen in die Schule, um etwas aus uns zu machen, um einen guten Beruf zu finden. Und diesen Beruf suchen wir uns in der Hoffnung gut zu verdienen und uns ernähren zu können, das tun zu können was wir möchten, nämlich Dinge wie vereisen, Häuser und Autos kaufen, so vieles mehr. Aber eigentlich wäre ich (momentan, ich weiß nicht ob sich das in den kommenden Jahren ändert) zufrieden, wenn ich mir einen Bus ausbauen könnte, in dem man schläft und kocht und dann die Welt bereisen könnte. Mit dem Menschen den ich liebe oder eben einfach allein. Das ist momentan meine Vorstellung von Glück, einfach Orte entdecken,die dir den Atem rauben, Menschen kennenlernen, für die das Leben mehr ist als Instagram und Wimpernextensions. Ich habe das Gefühl, dass meine Mitmenschen das Leben einfach so hinnehmen wie es ist, den Rhythmus mitgehen und sich einfach so treiben lassen. Ist das richtig so? Sollte man sich einfach treiben lassen? Puh es schwirrt so viel Wirrwarr in meinem Kopf rum. Früher war mein Ziel immer zu studieren, erfolgreich zu werden, viel shoppen gehen und es mir leisten zu können.. Aber jetzt bedeutet Glück für mich, im Wald zu stehen und die Ruhe zu spüren, frische Luft einzuatmen, Bilder mit einer Einwegkamera von meinen Freunden zu schießen, die Sonne zu beobachten. Das klingt alles so extrem übertrieben nachdenklich und schnulzig, doch je mehr ich darüber nachdenke desto mehr Dinge fallen mir ein. Ich denke manchmal, in meinem Fall oft, hat man einfach Momente, in denen man alles und jeden hinterfragt und nicht so recht weiß, wo sein Platz im Leben ist.

Das war ein kleiner Gedanken-Ausschnitt aus meinem Kopf, hoffe ihr genießt den Frühling =)